Fast die Hälfte der Mieterhaushalte im unteren Einkommensdrittel

(dmb) Eine Studie im Auftrag des Deutschen Mieterbundes hat die Wohnkostenbelastung von Mietenden in Deutschland untersucht und besorgniserregende Ergebnisse festgestellt. Demnach gehören 42 Prozent bzw. 8,3 Mio. Mieterhaushalte zum unteren Einkommensdrittel mit einem Haushaltsnettoeinkommen von im Durchschnitt 1.417 Euro pro Monat. Die durchschnittliche Wohnkostenbelastung dieser Gruppe liegt bei 48 Prozent. „Fast die Hälfte aller Mieterhaushalte in Deutschland ist am finanziellen Limit, die Wohnkostenbelastung einkommensschwacher Haushalte ist mit fast 50 Prozent alarmierend hoch. Die Bundesregierung muss jetzt Mieterinnen und Mieter vor weiteren Belastungen schützen“, erklärt die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz, im Rahmen der Veröffentlichung der Studie „Wohnkostenbelastung von Mietenden in Deutschland“.

Die Studie zeigt, dass fast 7 Mio. Haushalte bereits durch ihre Wohnkosten überlastet sind. Rund 3,2 Mio. mietende Haushalte haben eine Belastung durch Wohnkosten von über 40 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens und gelten damit als überlastet. Weitere 3,4 Mio. mietende Haushalte müssen 30 bis 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aufwenden. In der untersten Einkommensgruppe geben Haushalte sogar durchschnittlich 60 Prozent ihres Nettoeinkommens für das Wohnen aus.

Der enorme Anstieg der Angebotsmieten in den letzten Jahren treibt die Wohnkostenbelastung vieler Haushalte weiter nach oben, insbesondere für Haushalte, die erst kürzlich umgezogen sind. So sind die Mieten in Mietverträgen ab 2020 im Durchschnitt 21 Prozent teurer und Mieterhaushalte haben mit 33 Prozent eine deutlich höhere Wohnkostenbelastung als Haushalte, die vor 2020 eingezogen sind. Besonders deutlich wird diese Entwicklung in den großen Städten: In Berlin liegen die Mieten von Haushalten, die nach 2020 eingezogen sind, durchschnittlich 29 Prozent über den Bestandmieten. Die Wohnkostenbelastung in den sogenannten Top 7-Städten liegt deutlich über 30 Prozent, bei neuen Mietverträgen sogar bei über 35 Prozent. „Die Spirale immer stärker steigender Mieten muss gestoppt werden. Dazu muss die Bundesregierung die geplante strengere Ahndung von Mietwucher durchsetzen, die Mietpreisbremse verschärfen und Verstöße mit empfindlichen Bußgeldern ahnden, damit Mieterinnen und Mieter endlich vor illegaler Mietüberhöhung geschützt sind“, fordert Melanie Weber-Moritz.

Ein Factsheet mit den wichtigsten Ergebnissen der Studie finden Sie hier.

Die Studie „Wohnkostenbelastung von Mietenden in Deutschland“ des Instituts Wohnen und Umwelt ist hier abrufbar.